Tesnet Group BLOG
Was haben Softwareentwicklungsprojekte gemeinsam?
Die gewünschten Anforderungen des Kunden in einer vorgegebenen
Zeit mit einem gewissen Budget/Ressourcen in der gewünschten Qualität
in Software zu gießen.
Doch wie die Umsetzung am Besten erfolgt, darüber scheiden sich die
Geister. Neben den bekannten und teilweise als "schwerfällig oder
aufgebläht" bezeichneten Vorgehensmodellen (u. a. das V-Modell) hat in
den letzten Jahren Scrum in die Softwareentwicklung Einzug gehalten.
Übersetzt bedeutet Scrum so viel wie Gedränge und entstammt einem
Rugby-Spielzug bei dem sich die Spieler beider Mannschaften
dichtgedrängt gegenüberstehen.
Ken Schwaber, Jeff Sutherland und Mike Beedle gelten als Erfinder von
Scrum, wobei das Vorgehensmodell innovative Ansätzen japanischer
Unternehmen aufgreift und weiterentwickelt. Grundziel dabei ist die
Produktion ständig zu verbessern, um höchste Qualität bei niedrigstem
Aufwand zu erreichen. So stehen z.B. neben der Selbstorganisation von
Teams, "lean"-Ansätze (schlanke Prozesse, Produktion und Management)
u.a. das aktive Holen (pull) von Informationen/Gütern im Arbeitsprozess
(um Überlastung zu vermeiden) im Zentrum. (Grundlagenliteratur: Nonaka
& Takeuchi: The New New Product Development Game, 1986 oder The
Knowledge Creating Company, 1995).
Unter anderem zeichnet sich Scrum als agile Herangehensweise dadurch
aus, dass alle Prozesse einer hohen Dynamik unterliegen.
Grundüberzeugungen wie sie im Agilen Manifest (mitformuliert u.a. von
Sutherland und Schwaber 2001) zu finden sind, spiegeln sich auch
in Scrum wieder:
1.Individuen und Interaktionen gelten mehr als Prozesse und Tools.
2.Funktionierende Programme gelten mehr als ausführliche Dokumentation.
3.Die stetige Zusammenarbeit mit dem Kunden steht über Verträgen.
4.Der Mut und die Offenheit für Änderungen steht über dem Befolgen
eines festgelegten Plans.
Anders als bei vielen traditionelle Modellen versucht Scrum mit wenigen
Regeln, Aufgaben und Rollen auszukommen. Folgende drei Rollen
bilden dabei die Basis: Product Owner, Team und Scrum Master.
Die Aufgaben des Produkt Owner sind vor allem die Kundensicht
einzubringen, fachliche Anforderungen zu definieren (Product Backlog)
und Prioritäten zu vergeben und dabei das Erreichen wirtschaftlicher Ziele
zu gewährleisten. Er ist sowohl Produkt- als auch Projektmanager, wobei
er auf das Team keinen Druck ausüben darf.
Das selbstorganisierte Team wählt frei unter den hochpriorisierten Aufgaben
im Sprint Backlog (Aufgaben, die für nächsten Entwicklungszyklus anstehen)
und setzt so die Anforderungen um. Auch die Aufwandschätzung wird
realitätsnah, das heißt mit Focus auf Machbarkeit vom Team erstellt.
Das Team hat selbst das Recht und die Pflicht eingenverantwortlich die
Entscheidung zu treffen, wieviele Elemente nach dem nächsten Sprint
(Umsetzung einer Iteration, Entwicklungszyklus von ca. 30 Tagen) erreicht
werden müssen.
Zum Aufgabenspektrum des Scrum Masters gehören u. a. das Augenmerk
auf die Einhaltung von Zielen, Prozessen und Regel. Er vermittelt, unterstützt
(Facilitator), schützt das Team z.B. vor Beeinflussung von Außen, versucht
aus Allem den maximalen Nutzen herauszuholen und ist an ständiger
Optimierung interessiert. Die Beseitigung von Hindernissen, welche
schriftlich im Impediment Backlog festgehalten werden, gehören ebenso zu
seinen Aufgaben, wie die Moderation der täglichen Scrum-Meetings
(kurzer Informationsaustausch - jeder soll über alles informiert sein)
oder das Monitoring der sog. Scrum-Artifakte (z.B. Product Backlog,
Sprint Backlog).
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass sich Scrum nicht nur durch
hohe Eigenverantwortung, gesteigerter Motivation und stetigem
Informationsaustausch auszeichnet, sondern dass durch relativ kurze
Entwicklungszyklen Probleme bei der Umsetzung schnell erkannt und
Lösungen rasch angegangen werden können. Dies ist aus meiner Sicht
eine gute Voraussetzung um neben der Einhaltung zeitlicher
Vorgaben auch die Qualität von Software bereits in der Entwicklungsphase
zu steigern. Nachteilig wirken sich kurze Entwicklungszyklen und Lieferzeiten
auf die Dauer der Testphasen und die Testabdeckung aus.
Ich freue mich auf Ihre Anregungen!
mscherer@tesnet-group.de
http://www.xing.com/profile/MartinJ_Scherer
Herzliche Grüße
Martin Scherer, M.A.
HR Manager Tesnet Group GmbH
Sehr gerne nutze ich den etablierten Tesnet Blog, um mich Ihnen vorzustellen.
Geboren und aufgewachsen bin ich in Nordbayern - in der ländlich geprägten
nördlichen Oberpfalz, unweit des ehemaligen "Eisernen Vorhangs" im
Grenzgebiet zu Tschechien.
Nach einer Ausbildung zum Bauzeichner, ergriff ich die Chance über den
Zweiten Bildungsweg an der Berufsoberschule Regensburg mein Abitur zu
machen.
Praxisnahe Bereicherung erfuhr mein Magisterstudium der
Informationswissenschaft, Pädagogik und Psychologie (Universität
Regensburg) durch die Tätigkeit als Werkstudent in einigen Projekten,
vorwiegend in der Software Qualitätssicherung.
Ein Auslandspraktikum in den USA (Washington DC), das Migrationsprojekt
"STARD" (konzernweite SAP-Einführung bei BMW) sowie die
Herausforderungen im "Knowledge Management Team" bei Siemens VDO
schärften meinen Blick nicht nur für Themen des Qualitätsmanagements,
sondern auch für interdisziplinäres Arbeiten, also der fächerübergreifenden
Nutzung von Denkweisen, Ansätzen und Methoden.
In meiner Magisterarbeit zum Thema eLearning entwickelte und evaluierte ich
eine webbasierte Lernsoftware, wobei einer der Schwerpunkte auf
Usability Testing & Engineering lag. Von dort war es nach erfolgreichem
Studienabschluss nur ein kurzer Weg zum "Consultant for Software Quality
Engineering" bei der Firma Tesnet Group.
Seit Anfang 2007 konnte ich fortwährend in einschlägigen Projekten, wie etwa
als Testautomatisierer im ALGII-Projekt bei T-Systems / Bundesagentur für
Arbeit in Nürnberg oder als Testkoordinator bei der Deutschen Lufthansa AG
in Frankfurt, weitere Erfahrung sammeln.
Neben der Software Qualitätssicherung war mir von Oktober 2008 bis Juni
2009 das erworbene Wissen eines achtsemestrigen Uni-Zusatzstudiums
"mündl. Kommunikation & Sprecherziehung" als Technical Account Manager
(TAM) für den Bereich Automotive hilfreich. Die TAM-Rolle umfasst die
Kernaufgaben Personalverantwortung, Kundenorientierung und Vertriebstätigkeit.
Seit Juli 2009 habe ich die Rolle des HR Managers bei der Tesnet Group
übernommen. Für mich eine herausfordernde Aufgabe, die mir
Entwicklungsmöglichkeiten, kreativen Freiraum und damit weiterhin viel Spaß
an der Arbeit bringt.
Meine geplanten Blogbeiträge werden sich nur teilweise mit der Software
Qualitätssicherung beschäftigen, ich möchte jedoch versuchen durch Themen
aus den Bereichen Kommunikation, Personalführung, Projektmanagement,
Weiterbildung, Erfolg, Zeitmanagement, usw. das Angebot etwas auszuweiten
und aufzulockern.
Ich freue mich schon jetzt auf Ihre Fragen, Wünsche und Anregungen!
Zu erreichen bin ich unter:
mscherer@tesnet-group.de
http://www.xing.com/profile/MartinJ_Scherer
Herzliche Grüße
Martin Scherer, M.A.
HR Manager Tesnet Group GmbH



