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Neben der Herangehensweise einzelne Projekte mit Scrum durchzuführen
- siehe dazu bzw. zu den Grundlagen den Blogbeitrag
"Scrum - mehr Qualität für Ihre Softwareprojekte?" vom 23.08.09 -
gibt es auch den weiterführenden Ansatz Scrum unternehmensweit
einzuführen. Der Vorteil davon ist, dass durch kurze
Entwicklungszyklen Probleme und Ursachen sehr schnell
aufgedeckt und beseitigt, Wartezeiten und halbfertige Arbeitsergebnisse
vermieden werden und die Produktivität gesteigert wird.
Die Resultate sind demzufolge eine Verbesserung der Kundenzufriedenheit,
der Wertschöpfung und der Mitarbeitermoral.
Für die erfolgreiche Scrum-Einführung im Unternehmen gibt es leider
kein Patentrezept und es sind viele Faktoren zu berücksichtigen.
Im Nachfolgenden werden einige davon vorgestellt.
Zunächst darf die Dimension einer unternehmensweiten Scrum-Einführung
nicht unterschätzt werden. Von der Einführung ist schließlich nicht nur die
IT-Abteilung, sondern alle Abteilungen, Teams und Mitarbeiter
betroffen und es müssen Arbeitsprozesse und -gewohnheiten,
Beurteilungssysteme, Karrierepfade oder Führungsstile verändert werden.
Üblicherweise wird zunächst eine Pilotphase als Versuchsballon gestartet.
Die dabei gesammelten Erfahrungen helfen nicht nur bei der späteren
Ausweitung in der Etablierungsphase, sondern sollen den messbaren Erfolg
von Scrum vor Augen führen.
Des Weiteren gilt es psychologische Erkenntnisse, wie vor allem die
Angst vor Veränderungen und Neuem zu berücksichtigen.
So kann beispielsweise mit einer Ankündigung, im Zuge der Scrum-
Einführung keine Stellen abzubauen, dem Streben des Menschen
nach Sicherheit entgegengekommen werden.
Die Vorbildfunktion der Geschäftsführung und anderer Führungskräfte ist ein
weiteres wichtiges Zugpferd bei der erfolgreichen Veränderung des
Unternehmens, denn der Wandel kann nicht von oben diktiert werden.
Vielmehr ist aktive Unterstützung zielführend und kann sich unter anderem
durch kontinuierliche Schulungen, positive und offene Kommunikation oder
sichtbar machen von "Scrum-Erfolgen" ausdrücken.
Zu berücksichtigen ist, dass sich die Mitarbeiter bei Scrum in einem hohen
Maß auch selbst einbringen und so die Scrum-Einführung mitgestalten.
Es ist sinnvoll, die Scrum-Einführung im Unternehmen selbst als
Scrum-Projekt abzuwickeln, da dadurch oft erst das Bewusstsein
für defizitäre Strukturen und Prozesse geschaffen wird und erkannt
wird, worin die Vorteile von Scrum liegen. Dabei ist besonders
wichtig Schwachstellen und Probleme deutlich anzusprechen,
aufzuzeigen und schnellstmöglich zu beheben, was in der Einführungsphase
mittels kurzen Sprints erreicht wird und zu einem wesentlichen Merkmal von
Scrum gehört. Ein sog. Enterprise Transition Team, bestehend aus
Abgesandten aller betroffenen Abteilungen, treibt die Einführung voran und
ergreift die wichtigsten Maßnahme zur Veränderung. Diese werden im
Transition Product Backlog festgehalten. Neben dem Product Owner
(Geschäftsführung) und dem Einführungsteam muss es auch
einen Scrum Master geben, der die Aufgaben gemäß seiner Rolle
übernimmt und auf die generelle Einhaltung der Scrum-Prinzipien achtet.
Nach der Pilotphase ist es äußert wichtig eine glaubhafte Vision zu
entwickeln, welche sowohl auf rationaler als auch auf emotionaler Ebene
wirkt und die notwendige Akzeptanz für die Veränderungen schaffen soll.
Je nach Unternehmensgröße kann die Umstellung auf Scrum zwischen
einigen Monaten oder mehreren Jahren betragen und geht natürlich um so
schneller von Statten je mehr Mitarbeiter den Wandel mittragen.
Generell wird Scrum im Unternehmen aber immer weiterentwickelt, um
optimalen Prozessen möglichst nahe zu kommen und kontinuierlich auf
Neuerungen zu reagieren.
Ich freue mich auf Ihre Kommentare und Anregungen!
mscherer@tesnet-group.de
http://www.xing.com/profile/MartinJ_Scherer
Herzlichest, Ihr
Martin Scherer, M.A.
HR Manager Tesnet Group GmbH
Ein systematisch aufgebauter Software-Qualitätssicherungsprozess kann
durch Werkzeuge unterstützt werden. Die grundlegenden Methoden und die
fachlichen Kenntnisse der Software-Qualitätssicherung müssen nach wie
vor vorhanden sein, doch kann durch eine Automatisierung eine höhere
Qualität der Software bei gleichzeitig sinkenden Aufwänden erreicht
werden.
Häufig besteht eine Kluft zwischen dem Bewusstsein der Existenz solcher
Werkzeuge und einer effektiven Strategie, sie zu evaluieren und auszuwählen.
Die Beschaffung und Einführung von neuen Werkzeugen ist oft mit hohen
Kosten verbunden, daher muss die Auswahl des geeigneten Werkzeugs sehr
sorgfältig vorgenommen werden.
Im ersten Schritt muss festgestellt werden, ob generell Bedarf an
Werkzeugunterstützung besteht und ob durch sie ein nennenswerter Nutzen
entsteht. Dafür werden sowohl Produktivität als auch Qualität der bisher
angewandten Testverfahren geschätzt. Wenn diese beiden Größen bereits über
einem bestimmten, von der Organisation festgelegten Wert liegen, sollte
der Bedarf an Werkzeugen in Frage gestellt werden. Im anderen Fall dienen
sie später als Grundlage für den Vergleich mit toolgestützten Tests.
Als nächstes werden Kriterien für die Werkzeugauswahl festgelegt. Solche
Kriterien sind bspw. ein mindestens zu erreichender Produktivitäts- und
Qualitätsgewinn, maximal zugelassene Kosten für das Tool selbst und für
organisatorische und Plattformänderungen oder ein Mindestmaß an
Funktionalität, Performance und Verlässlichkeit. Anschließend müssen
diese Kriterien durch die zukünftigen Nutzer des Tools gewichtet werden.
Dabei ist darauf zu achten, dass niemals zwei Kriterien das gleiche Gewicht
erhalten, um später zu einer eindeutigen Auswertung gelangen zu können.
Im dritten Schritt erfolgt die eigentliche Suche nach Werkzeugen anhand
von Erhebungen. Solche Erhebungen werden innerhalb der Organisation erstellt und beinhalten Angaben über die Plattform, die Programmiersprache und die Interaktion mit anderen Programmen, die das Tool unterstützen muss. Aktuelle Informationen über die einzelnen Tools können aus Standards und Veröffentlichungen entnommen oder direkt beim Verkäufer erfragt werden.
Abschließend werden die Tools anhand der ermittelten Informationen je nach
Grad der Erfüllung der Kriterien bewertet und in eine Datenbank eingetragen.
Dort erfolgt eine Auswertung nach Gewicht der Kriterien und Erfüllungsgrad,
an deren Ende eine Empfehlung für ein oder mehrere Werkzeuge steht.
Ich freue mich über Ihre Anregungen und Diskussionsbeiträge zu diesem Thema.
Kerstin Hofmann



